Neues Förderprogramm für Digitalisierungs-Projekte

Uns erreichen täglich Anfragen von Unternehmen die in der Digitalisierung neue Schritte machen möchten. Beispielsweise werden dabei Projekte wie der Aufbau eines Online-Shops angefragt. Doch gerade kleinere Unternehmen schrecken vor den damit verbundenen Investitionen zurück.

Vor wenigen Tagen wurde mit dem “DigiBoost Rheinland-Pfalz” ein neues Förderprogramm zur Digitalisierung der Wirtschaft in Rheinland-Pfalz vorgestellt. Das Förderprogramm wurde vom Land Rheinland-Pfalz gemeinsam mit den Kammern (Handwerkskammer, Industrie- und Handelskammer, Landwirtschaftskammer) erarbeitet. 

Wir finden: Das ist einen Blick wert. Denn der DigiBoost gewährt Zuschüsse bis zu 15.000 Euro pro Unternehmen. Der Einstieg ist dabei relativ niedrig.

Was kann gefördert werden?

Gegenstand des Programms ist die Förderung von Vorhaben zur Digitalisierung von Produkten, Dienstleistungen und Leistungsprozessen. Hierbei soll auch die Erschließung neuer Märkte und Kundengruppen, sowie die Entwicklung von neuen Geschäftsmodellen gefördert werden. Förderfähig sind in diesem Zusammenhang umfassende Digitalisierungsvorhaben, die durch einen Auftragnehmer durchgeführt werden. Der Auftrag umfasst die Entwicklung bzw. Weiterentwicklung digitaler Produkte, Dienstleistungen, Produktionsverfahren und Leistungsprozesse. 

Beispiele dafür sind der der Aufbau professioneller Online-Shops, Infrastrukturen für mobiles Arbeiten oder digitales Lager- und Logistikmanagement wie auch die Digitalisierung von Werkstätten oder 3D-Druck sind förderfähig, ebenso die dazugehörige Beratungsleistung.

Wie kann man die Förderung erhalten?

Nach Teilnahme an einem Web-Seminar können Anträge über das digitale Kundenportal bei der Investitions- und Strukturbank Rheinland-Pfalz (ISB) gestellt werden. Antragsberechtigt sind KMU bis 100 Mitarbeiter, auch Solo-Selbstständige und Freie Berufe.

Wie viel Förderung gibt es?

Der Zuschuss pro Vorhaben und Betrieb liegt bei maximal 15.000 Euro und richtet sich nach der Größe des Unternehmens.

Betriebe mit bis zu 9 Mitarbeitern werden mit 75 Prozent gefördert, mit 10 bis 29 Mitarbeitern mit 50 Prozent, mit 30 bis 100 Mitarbeitern mit 25 Prozent der zuwendungsfähigen Kosten. Die Mitarbeiteranzahl wird im Sinne von Vollzeitäquivalenten ermittelt. Digitalisierungsvorhaben mit Kosten ab 4.000 Euro können gefördert werden.

Gibt es auch andere Fördermöglichkeiten?

Wer den DigiBoost nicht beantragen kann, beispielsweise weil sein Unternehmen nicht in Rheinland-Pfalz liegt oder die Art des Projekts nicht förderfähig ist, dem empfehlen wir den Blick auf zwei weitere Förderprogramme:

Förderprogramm der Bundesregierung „Digital jetzt“

Um mittelständischen Betrieben die Umsetzung der Digitalisierung zu erleichtern, bietet das Förderprogramm „Digital Jetzt – Investitionsförderung für KMU“ finanzielle Zuschüsse, um entsprechende Investitionen in kleinen und mittleren Unternehmen – einschließlich Handwerksbetriebe und freie Berufe – anzuregen. Zuschüsse gibt es bei:

  • Investitionen in digitale Technologien sowie
  • Investitionen in die Qualifizierung der Beschäftigten zu Digitalthemen.

Die Förderung können mittelständische Unternehmen aus allen Branchen (inklusive Handwerksbetriebe und freie Berufe) mit 3 bis 499 Beschäftigten beantragen. Sie müssen entsprechende Digitalisierungsvorhaben planen, zum Beispiel Investitionen in Soft-/Hardware und/oder in die Mitarbeiterqualifizierung.

Das Unternehmen muss durch die Beantwortung gezielter Fragestellungen beim Förderantrag einen Digitalisierungsplan darlegen. Dieser stellt beispielsweise dar, wie die Organisation im Unternehmen effizienter gestaltet wird, wie sich das Unternehmen neue Geschäftsfelder erschließt, wie es ein neues Geschäftsmodell entwickelt und/oder seine Marktposition gestärkt wird.

Der Förderzuschuss bemisst sich anteilig an den Investitionskosten des Unternehmens. Die Förderquote (in % der Investitionskosten) ist nach Unternehmensgröße gestaffelt. Um die wirtschaftlichen Auswirkungen der Corona-Pandemie zu begrenzen, gelten für alle bis zum 30.06.2021 eingehenden Anträge höhere Förderquoten. Danach, ab dem 01.07.2021, gelten die ursprünglich vorgesehenen Förderquoten (Werte in Klammern).

Bis 50 Beschäftigte: bis zu 50 (40) %
Bis 250 Beschäftigte: bis zu 45 (35) %
Bis 499 Beschäftigte: bis zu 40 (30) %.

Die maximale Fördersumme beträgt 50.000 Euro pro Unternehmen. In Modul 1 sowie bei kumulativer Inanspruchnahme der Module 1 und 2 beträgt die minimale Fördersumme 17.000 Euro, in Modul 2 liegt diese bei 3.000 Euro.

Das Programm ist damit also nur für größere Projekte sinnvoll einsetzbar.

Förderprogramm der Bundesregierung “go-digital” 

Auch für kleinere Projekte passt das Förderprogramm “go-digital”: Mit seinen drei Modulen “Digitalisierte Geschäftsprozesse”, “Digitale Markterschließung” und “IT-Sicherheit” richtet es sich gezielt an kleine und mittlere Unternehmen der gewerblichen Wirtschaft und an das Handwerk. Gefördert werden Beratungsleistungen in einem ausgewählten Hauptmodul mit gegebenenfalls erforderlichen Nebenmodulen mit einem Fördersatz von 50 Prozent auf einen maximalen Beratertagessatz von 1.100 Euro. Der Förderumfang beträgt maximal 30 Tage in einem Zeitraum von einem halben Jahr.

Im Modul 2 „Digitale Markterschließung“ kann beispielhaft gefördert werden:

  • Entwicklung einer unternehmensspezifischen Online-Marketing-Strategie
  • Aufbau einer professionellen Internetpräsenz zur Vermarktung
  • Einführung eines eigenen Online-Shops oder Nutzung externer Auktions-, Verkaufs- oder Dienstleistungsplattformen, sowie auch Social-Media-Tools, Website-Monitoring und Content-Marketing
  • nachgeordnete Geschäftsprozesse eines Online-Shops, wie bspw. die Warenbereitstellung und Zahlungsverfahren

Warum gibt es zwei Förderprogramme der Bundesregierung?

Die beiden Förderprogramme bauen aufeinander auf, d.h. ein Unternehmen kann über „go-digital“ eine geförderte Beratung erhalten und die anschließend geplante Investition im Bereich der Hard- und Software sowie der Qualifizierung der Mitarbeitenden kann über „Digital Jetzt“ bezuschusst werden. Die Implementierung der Soft- und Hardware kann über „Digital jetzt“ gefördert werden, soweit sie nicht bereits Gegenstand der Förderung über das Programm „go-digital“ ist.

Überbrückungshilfe 3: Chance für die Digitalisierung

Unternehmen die von der Corona Pandemie betroffen sind und die Überbrückungshilfe 3 erhalten, können auch diese für Digitalisierungsprojekte nutzen. Im Rahmen der Beantragung können bis zu 20.000 Euro als Zuschuss im Bereich Digitalisierung beantragt werden.

Wir unterstützen gerne

Es steht ein Digitalisierungsprojekt an? Wir unterstützen gerne – nicht nur bei der Umsetzung, sondern auch schon bei der Prüfung und Beantragung der passenden Förderprogramme. Nehme jetzt Kontakt auf und informiere dich.

Wie gefällt dir dieser Beitrag?

Deine Meinung ist uns wichtig!

OH, schade!

Wir tun unser Bestes!

Magst du uns verraten, warum dir die Seite nicht gefällt?

Menü